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Wihenne binden

Jedes Jahr am 15. August ist eins der schönsten Feste im Kirchenjahr. Maria Himmelfahrt. Die älteren Damen hier sagen fast alle Wihenne dazu. Es kommt von geweiht. gewihen oder wie die Vergangenheitsform auch immer gschriebe isch! Es wird Gott gedankt, dass er Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen hat. Dadurch kann man ableiten, dass nicht nur Christus aufgenommen wird sondern alle Lebewesen. Maria hat die fleischgewordene Liebe Gottes und das Heil auf die Welt gebracht. Für mich ist es ein Gleichnis. Maria Gottesmutter und Gott als Mutter der Erde, die Teil seiner wunderbaren Schöpfung ist. Man dankt mit Heilkräutern und schönen Blumen. Maria wird besungen als Rose ohne Dornen und Sonne, Mond und Sterne sind ihre Zier.

Ich gehe immer auf die Wiesen und sammle einen schönen Strauss. Danach wird er geweiht und geteilt, dann mache ich kleine Gebinde und bringe sie meinen älteren Verwandten. Der Volksmund sagt dass man das im Haus aufhängt und es dadurch wie von Mutter beschützt wird und heil ist. Ob es stimmt oder nicht, egal, es ist schön auf den Wiesen zwischen Schmetterlingen die schönen Blümchen zu sammeln und der Besuch der Verwandten ist auch schön.

Was mir bei der Segnung besonders aufgefallen ist, welch gute Sprache die Kirche benutzt. Das habe ich schon lange im Sport beherzigt. Auf einem Vortrag vom Bühler Silbermedaillengewinner Christian Lusch wurde das erklärt. Grundsatz für erfolgreiche Unternehmungen: Drücke aus was du willst. Immer eine positive Sprache verwenden. Dabei ist es einfacher zu sagen was man nicht will und man tappt immer wieder neu in diese Falle. Es erfordert ein wenig Übung.  Lusch ist Sportschütze, damals spielte ich noch Billard und gerade da ist es besonders wichtig. Weil es gibt nur ein Bild für das wie es sein soll und man arbeitet viel mit Bilder. Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits sassen vor mir. Auch sie waren interressiert obwohl das beim Bergsteigen nicht so wichtig erscheint. Aber genau das habe ich jetzt begriffen: Es ist in allen Bereichen des Lebens eine grosse Hilfe. Eine positive Denkweise.